Photographier interdit – dans les musées

Photographier-Verbot in Museen

Photographier interdit
Photographier interdit dans les musées

Es ist nicht relevant, auf welchen Seiten der sogenannten Sozialen Medien diese Smartphone-Bilder aus Museen – nicht selten Resultat gewisser zwanghafter,  unreflektierter Knispereien –  erscheinen. Und auffallend ist dabei auch deren Rücksichtslosigkeit.

Die Erwartung der für die Urheberschaft infrage kommenden Personen, möglichst ganz grossen Zuspruch (like) zu erzielen, dient vermutlich als Parameter von Wichtigkeit ihres Ego und dem Hinweis auf eine Reise-Aktivität. 

Wem nützen diese veröffentlichen Abbildungen ?

Der Kunst, den Museen ?
Weder der Kunst noch den Museen ….
Das dauernde Hantieren mit einem portablen Telephon vor einem musealen Exponat ist bestimmt nicht mit einem respektvollen Umgang ausgestellter Kunst zu vereinbaren. 
Nicht von ungefähr kam damals das „Selfie Stique“-Verbot der Kunsthäuser . Es stellt sich aber auch die Frage, welche Rolle die Kunst respective ausgestellte Werke bei dieser knipsenden
Besuchsgruppe einnimmt. Denn ihr Umgang mit dem Gemälde, der Skulptur, der Photographie et cetera lässt nicht auf gelebten kultivierten und würdevollen schliessen. Es scheint, als würden Dekorationen abgelichtet, nicht Kunst. Dass den betreffenden Künstlerinnen und Künstlern jegliche Achtung hierbei versagt wird, sollte ebenso nicht unerwähnt bleiben – stellen doch Œuvres ihre Lebensäusserung dar.
Museen profitieren nicht von einer Bilder-Verbreitung in den Internetmedien. Denn die Abbildungen stellen keine Information dar, lösen auch keine Neugier aus oder inspirieren auch nicht zu einem baldigen Besuch. Die Bilder erscheinen ohne jeglichen Zusammenhang mit dem Werk, den Kunstschaffenden und dem Ausstellungshaus – mithin nutzlos.
Dass das Photographieren letztlich auch die anderen Besucherinnen und Besucher um ihren Kunstgenuss bringt, sei noch angefügt.
 
Vincent van Gogh, „Auto-portrait“, Fondation Vincent van Gogh Arles, Arles
Vincent van Gogh, „Auto-portrait“, Fondation Vincent van Gogh Arles, Arles

Diejenigen, die mit ihrem Mobiltelephon in Ausstellungen  etwa ständig Gemälde knipsen,  werden sich später kaum bis garnicht mehr an die ausgestellte Kunst erinnern.

 Gedächtnis und Erinnerung …
 
Seit längerer Zeit ist dieses Phänom Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen:
An der Université Paris 8  https://epha.univ-paris8.fr , Département d’Arts plastique et de Photographie (EPHA), forscht Arno Gisinger http://www.arnogisinger.com  unter anderem über den Dialog von Photographie versus Gedächtnis (Erinnerung).
Suzan Sonntag stellte bereits in ihrem Essai  Devant la douleur des autres fest:  Das Problem besteht nicht darin, dass Menschen sich anhand von Fotos erinnern, sondern dass sie sich nur an die Fotos erinnern.
 
Emily Codik  https://pulitzercenter.org/people/emily-codik nahm sich in The Washington Post der Problematik an: The etiquette that allowed for that in museums is gone — and it’s not phones, but people, who have ruined it.
People can’t put their phones down, and it’s ruining museums. 
Und der Gewinn: Der Museumsbesuch bleibt ein Kunstereignis, die Wahrnehmung von Kunst ist gewährleistet und ihr würdevolle Umgang  (und der mit den Künstlerinnen und Künstler) gegeben.
 
 
The Washington Post
1301 K Street NW
Washington DC 20071
Telephon 001 202 334 6000 und  800 627 1150
https://www.washingtonpost.com

 
 
 
 

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